Bitte persönlich werden

Kennen Sie den Rheinischen Imperativ nach Konrad Beikircher? „Es müsste mal“ und „Es sollte mal jemand“, spottete der Kölner Kabarettist schon vor vielen Jahren über das ebenso fromme wie erfolglose Wünschen der Rheinländer. Dass eine solche Aufforderung keinen Hund hinterm Ofen hervorlockt, inspirierte auch den Dichter und Juristen Barthold Heinrich Brockes (1680–1747) zu diesem Vers:

Verstehen Sie Ihren Anwalt?

Ist es denn wirklich so schlecht um die Verständlichkeit der Anwälte bestellt? Um hier ein etwas genaueres Bild zu bekommen, habe ich im Frühjahr 2010 dreißig Unternehmen befragt – von der Kleinunternehmerin ohne juristische Vorbildung bis zum General Counsel eines Weltkonzerns. Die Ergebnisse:

Klartext liegt im Trend

Der Anwaltstag 2010 stand unter dem Motto „Kommunikation im Kampf ums Recht“. Prof. Dr. Wolfgang Ewer, Präsident des Deutschen Anwaltvereins, äußerte zur Eröffnung die Meinung: „Ohne Kommunikation, die durch unsere Spielregeln – sei es die ZPO, die StPO oder die (mir nähere) VwGO – kanalisiert wird, kann der Kampf ums Recht nicht gelingen.“