Google, Anwalts Freund und Helfer

Was die Suchmaschine alles drauf hat

Von Eva Engelken und Christa Goede

Zählen Sie doch mal nach: Wie oft haben Sie heute schon gegoogelt? Keinmal, einmal, viele Male? Den eigenen Namen? Für die meisten von uns ist Google ein täglicher Begleiter: Wir interessieren uns für soziale Netzwerke, für politische und gesellschaftliche Ereignisse, das neue Gesetz, das neue Handy, oder wir suchen die neue Monsterbarbie, die sich unsere Tochter zum Geburtstag wünscht. Meist geben wir dafür unseren Suchbegriff in das Suchfenster ein und geben uns mit den Suchergebnissen zufrieden, die auf der ersten Seite stehen. Das machen die meisten Google-User so.

Unter Google Insight (http://www.google.com/insights/search/) kann man ablesen, welche Suchbegriffe weltweit pro Land und pro Kategorie gerade am häufigsten eingegeben werden. Wenn Sie die Kategorie „Gesetz und Regierung“ auswählen, sehen Sie in der Spalte „zunehmende Suchanfragen“ beispielsweise das „Meldegesetz“, welches in der Woche vom 9. bis zum 13. Juli die Schlagzeilen beherrschte. In der linken Spalte der Top-Suchanfragen finden Sie die Alltime-Suchfavoriten, welche vom Suchbegriff „Finanzamt“ dominiert werden.

Dehnen Sie Ihre Suche in der Kategorie „Gesetz und Regierung“ auf das ganze erste Halbjahr 2012 auf, entdecken Sie bei den Aufsteigern plötzlich Begriffe wie Gauck oder Wulff. Diese beherrschten im Frühjahr 2012 die Medien und damit auch die Suchanfragen. Derartige Rankings können Sie sich zunutze machen, um etwa die Nachfrage nach dem Produkt eines Mandanten oder die potenzielle Nachfrage nach einer eigenen Dienstleistung besser einschätzen zu können. Sie können zum Beispiel herausfinden, dass im September in Bayern die Nachfrage nach Dirndlkleidern ihr Jahreshoch erreicht – das hätte Ihnen allerdings auch Ihr gesunder Menschenverstand gesagt.

Aber mal angenommen, Sie sind auf Umweltrecht spezialisiert und wollen wissen, wie viele Personen bereits nach dem Begriff „Fracking“ suchen (= unkonventionelle Gasgewinnung durch Hochdruckwassereinleitung), könnten Sie herausfinden, dass erst seit 2010 nach dem Begriff gesucht wird, und dass Niedersachsen das größte Suchvolumen aufweist. Schon dieser kurze Blick auf die Top-Suchbegriffe unter Google Insight belegt, dass die meisten Leute einfache Suchbegriffe bei Google eingeben.

Suche abseits der ausgetretenen Pfade

Die linke Spalte der GooglesucheViel spannender – und ergiebiger – wird es jedoch, wenn man die klassische Suche unter www.google.de ein wenig verfeinert. Dann zeigt Google nämlich richtig, was es drauf hat. Wenn Sie Ihren Suchbegriff eingegeben haben, können Sie Ihre Suchbegriffe in der – dann erscheinenden – linken Spalte filtern: nach den Rubriken “Bilder”, “Maps”, “Videos”, “News” oder “Shopping”. Zudem gibt es einen Sprachfilter, mit dem Sie Ihre Suche auf deutschsprachige Sites, Sites aus Deutschland oder auf übersetzte Sites konzentrieren können. Hier sehen Sie auch, welchen Standort Google Ihnen aktuell zuweist. Der Standort hilft, wenn Sie beispielsweise ein Restaurant für ein Geschäftsessen in Ihrer Nähe suchen, oder einen Augenarzt oder wenn Sie schnell eine neue Krawatte kaufen müssen, weil Sie die alte mit Tomatensoße bekleckert haben. Diesen Standort können Sie jederzeit manuell ändern.

Menüs erweitern

Per Mausklick auf “Mehr” und “Mehr Optionen” lassen sich Menüs um diverse Optionen erweitern. Sie können nach den Rubriken “Bücher”, “Places”, “Blogs”, “Diskussionen” und “Apps” suchen. Die Suche in “Blogs” und “Diskussionen” kann Ihnen interessante Ergebnisse aus den sozialen Netzwerken liefern.

Wenn Sie zum Beispiel wissen wollen, in welchen Foren sich Ihr neuer Bewerber in der letzten Zeit herumgetrieben hat oder wie die Facebook-Gemeinde das neue Produkt Ihres Mandanten diskutiert, können Sie hier fündig werden. Praktisch: Bei „Optionen“ lassen sich die Suchparameter individuell einstellen. Zum Beispiel können Sie Ihre Social Media-Suchergebnisse auf die Ergebnisse der letzten Woche beschränken. Oder nach einem bestimmten Typ von Website suchen: zum Beispiel nach Websites, die Sie noch nie besucht haben, oder nach Websites mit Bildern.

Wikis, Synonymsuchen und Übersetzungstools

Und Google kann noch mehr. Sie beim Reden-Schreiben unterstützen beispielsweise. Die Option “Wörterbuch” öffnet verschiedene Wikis (Online-Spezial-Lexika) oder Synonymsammlungen und in der rechten Spalte kann man sich sein Suchwort gleich in mehr als 60 Sprachen übersetzen lassen. Sehr praktisch für einen Gruß an den ausländischen Mandanten. All diese Menüs lassen sich mit einem Klick auch wieder schließen, wenn man sie für die aktuelle Suchanfrage nicht mehr braucht.

Spezial-Anfragen mit Google Such-Operatoren

Wer von vornherein weiß, wonach er sucht, kann mit den sogenannten Such-Operatoren die Suche effizient gestalten:

  • site:
    Durch Eingabe dieses Operators ins Suchfeld kann man sich alle einzelnen Webseiten einer Domain anzeigen lassen.
    Beispiel:
    site:http://www.kanzleiname.de (Wichtig: KEIN Leerzeichen zwischen Operator und Adresse)
  • OR, AND, –
    Mit diesen Operatoren lassen sich „Searchstrings“ bilden, um die Suchen zu präzisieren.
    Beispiele:
    Frau OR Mann listet alle Websites, die das Wort Frau ODER Mann enthalten.
    Frau AND Mann wirkt genau wie eine Suchanfrage nach Frau Mann.
    Die AND-Verknüpfung ist jedoch wichtig, wenn es um verschachtelte Anfragen geht: Frau AND Mann AND (Oma OR Opa). Hier bekommt man dann ein Suchergebnis, das die Worte Frau und Mann enthält und dazu noch das Wort Oma oder das Wort Opa).
    Frau -Mann zeigt alle Website an, auf denen das Wort Frau vorkommt und NICHT das Wort Mann.
  • ~ Mit diesem Sonderzeichen kann man nach Synonymen suchen.
    Beispiel:
    ~Frau zeigt alle Begriffe rund um das Wort Frau auf. (Dieses Sonderzeichen erzeugt man, wenn man die Taste mit dem Zeichen drückt und gleichzeitig die Alt Gr-Taste dazu nimmt.
  • filetype: Dieser Operator sucht nach bestimmten Datentypen.
    Beispiel:
    filetype: pdf Frau sucht nach PDFs, in denen das Wort Frau vorkommt.
  • intitle: Mit diesem Operator können Sie alle Websites suchen, in deren Titel das Suchwort vorkommt.
    Beispiel:
    intitle: Frau zeigt alle Websites, in deren Titel das Wort Frau platziert ist.
  • define: Der Operator, der Definitionen findet.
    Beispiel:
    define: Frau präsentiert die Wikipedia-Definition des Wortes Frau.

Es ist ziemlich egal, wonach Sie suchen – fast immer erweist sich Google als treuer Freund und Helfer. Sie müssen nur seine Eigenarten kennenlernen.

Sie sind neugierig geworden und wollen noch mehr wissen? Unter http://www.google.de/intl/de/help/features.html#keyword hält Google für Sie viele weitere Informationen für Sie bereit.

Die Autorinnen:

 

Kommentare

  1. Hallo!
    Zunächst Danke für den interessanten Artikel. Ich kann mich dem nur anschließen, Google ist wichtig und wird vermutlich noch wichtiger werden. Also ich für meinen Teil kann den Trend zumindest bestätigen. Ich habe es mir mittlerweile angewöhnt, bei sämtlichen Fragen die Suchmaschine zu befragen, sei es die Adresse eines Restaurants in meiner Nähe oder Testberichte von irgendwelchen Artikeln welche ich mir kaufen möchte. “Googlen” wird zunehmend verbreiteter und neue Technologien wie Smartphones etwa, tragen einen orderntlichen Teil dazu bei.

  2. Das Ganze lässt sich bestimmt auch einfacher, userfreundlicher beschrieben. Ich beobachte seit einigen Monaten die dynamische Veränderung der Sprache im Netz. Hin zum Leser und Weg zur Verkünstelung. Die geschachtelten Sätze, das Passiv, Worte, wie man, auch und eigentlich, sollen der Vergangenheit angehören, obwohl ich ehrlich gesagt, diese immer noch einsetze. Ich denke, hier klafft eine Lücke zwischen den Lehrinhalten der Schulen und Unis und der Umsetzung im Netz!

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