Exposé Teil 1: Warum ist ein Exposé nötig?

Ein selbst geschriebenes Sachbuch weist seinen Autor oder seine Autorin als Experten für ein bestimmtes Thema aus und ist ein hervorragendes Werkzeug, diese Person oder deren Unternehmen zu vermarkten. Leider ist die Idee nicht neu und die Verlage werden überschwemmt mit unverlangten und oft unbrauchbaren Vorschlägen und Manuskripten. Der einzige Weg, aus der Masse herauszustechen und  einen Verlag von der eigenen Buch-Idee zu überzeugen, ist ein hervorragendes Exposé. Der 6-teilige Artikel erläutert anhand des Buches „Klartext für Anwälte“ wie ein Exposé entsteht und welche Elemente es enthalten muss.

Sachbuch als Mittel der Persönlichkeitsvermarktung

Ein Buch ist eine schöne Sache! Nichts schmückt so sehr wie ein selbst geschriebenes Buch, das für Hinz und Kunz erkennbar macht, dass jemand Experte auf seinem Fachgebiet: zum Beispiel ‘Büro-Kamasutra’, ‘Terrorbekämpfung’, ‘Social Media in der Stillgruppe’, ‘Schleichwege zum inneren Kind’, ‘Markenrecht im Wandel der Gezeiten’ oder womöglich ‘Klartext für Anwälte’. Ein Buch bringt Renommée, Kunden, Aufträge und am Ende dicke Kohle. Auch für Anwälte ist das populäre Sach- oder Ratgeberbuch neben dem schon lange üblichen Fachbuch ein immer beliebteres Mittel der Kanzleikommunikation.

Kein Wunder, dass Jahr für Jahr mehr Menschen den Erfolgsweg des Sachbuchautors beschreiten und bereits prominente Zeitgenossen ihren Ruhm zu verfestigen suchen, indem sie ihre fundierten Kenntnisse der Grießbreizubereitung oder hilfsweise ihren Lebensweg via Buch der Menschheit zugänglich machen.

Selber schreiben oder schreiben lassen?

Das Aber folgt auf dem Fuß, frei nach Karl Valentin: Ein Buch ist schön, macht aber auch viel Arbeit.

Angesichts der vielen Arbeit legen viele Experten ihr Buchprojekt deshalb schon im Frühstadium auf Eis („wenn ich Zeit hätte, würde ich das mal alles aufschreiben, aber ich hab leider so wenig Zeit.“). Andere, vorausgesetzt, sie haben genug Geld, geben das Schreiben in die Hände von Ghostwritern. Die dritte Kategorie, und um die geht es hier und heute, schreibt selbst. Weil sie nicht nur Experte für ein bestimmtes Thema ist, sondern auch schreiben kann („Kann ja schließlich jeder“). Mancher davon gibt ihr Vorhaben schließlich doch in die Hände einer Agentur, doch nicht wenige ziehen es durch. (Anmerkung der Autorin: Wenn Sie zu Haarausfall oder grauen Haaren neigen, sollten Sie sich das noch mal gut überlegen.)

Wenn Sie zu jenen tapferen Menschen gehören, sollten Sie die folgenden Ausführungen lesen. Sie helfen Ihnen aber auch, wenn Sie Ihr Buchprojekt komplett oder teilweise von einem Ghostwriter schreiben lassen wollen.

Vorüberlegung: Sind Sie die richtige Person für Ihr Buch?

Ein wichtiges Argument für den Verlag, ein Buch zu drucken, ist die Frage: Wer ist der Autor und wofür steht er? Glaubt man Ihnen, dass Ihre Top-Erfolgs-Strategien für Manager tatsächlich wirken? Unwahrscheinlich, wenn Ihr eigenes Unternehmen am Rande der Insolvenz herumdümpelt.  Nun sind Bücher auch immer Absichtserklärungen eines Autors, der sich in einem bestimmten Geschäftsfeld stärker positionieren will. Trotzdem dürfen Absicht  und tatsächliche Kompetenz nicht gar zu weit auseinanderklaffen. Wenn Sie ein Buch in Angriff nehmen wollen, mit dem Sie sich als Experte oer Expertin positionieren wollen, überlegen Sie deshalb gut, ob Sie die richtige Person für Ihr Buch sind.

Wenn Ihre Antwort ein überzeugendes „Ja“ ist, beginnen Sie damit, Ihre Vorhaben zu planen.

Das Exposé ist das Bewerbungsschreiben Ihres Buches beim Verlag

Das Werkzeug, mit dem Sie Ihr Buchprojekt planen und einen Verlag dafür finden, heißt Exposé. Ein Exposé dient als Bewerbungsschreiben Ihres Buches beim dem Verlag, der es publizieren soll. Im Gegensatz zu früher (als ohnehin alles besser war,) geht es im heutigen, völlig überlaufenen Sachbuchmarkt nicht mehr ums fertige Manuskript. Es geht um die überzeugende Darstellung der Buch-Idee.

Seite für Seite entwickeln Sie als Autor oder als Autorin im Exposé die Buch-Idee hin zu einer immer konkreteren Gliederung und eine Leseprobe. Mit diesen rund 10 Seiten marschieren Sie zum Verlag, der das Ganze entweder in die Ablage P drückt oder sagt:

“Jawohl, das wird der neue Bestseller. Den verlegen wir!“ Dann schreiben Sie als Autor das Buch, der Verlag druckt es und alle Welt geht hin und kauft es.

Damit dieses Bewerbungsschreiben überzeugt, muss es logischerweise gut durchdacht sein. Deshalb enthält ein gutes Exposé Ihr komplettes Buchkonzept. Es liefert alle Argumente, warum ein Verlag das Buch drucken sollte und es enthält ausführliche Angaben, wovon das Buch handeln soll.  Ist das Exposé gut, haben Sie Ihr Buch so gut wie geschrieben – wissen obendrein, wie Sie es vermarkten sollten.

–>Wie Sie dieses Exposé entwickeln, lesen Sie in den folgenden 5 Teilen:

Die weiteren Teile von Exposé – Making of:

  1. Exposé – Making of (1): Warum ist ein Exposé nötig?
  2. Exposé – Making of (2): Arbeitstitel und Buch-Idee
  3. Exposé – Making of (3):Verkaufsargumente für den Verlag: Konzeptionelle Gedanken
  4. Exposé – Making of (4): Marktanalyse – Was schreibt die Konkurrenz?
  5. Exposé – Making of (5): Die Inhaltszusammenfassung und die Kapitelübersicht – Ist wirklich drin, was draufsteht?
  6. Exposé – Making of (6): Die Leseprobe  – Ein Pröbchen Ihres Könnens

Kommentare

  1. Hallo Eva,

    vielen Dank für das tolle Tutorial. Ich sitze am ersten Exposè meines Sachbuchs und habe dank Deiner Hilfe nicht das Gefühl, dass ich eigentlich keine Ahnung hab, was in so ein Exposè rein muss. Selbst wenn mein Thema ein gaaaanz anderes ist (ich habe 160 kg abgenommen und will erzählen, wie das geklappt hat) helfen mir Deine Tipps sehr.

    Liebe Grüße,
    Anne

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